Selbstmitgefühl oder „Wie gehe ich mit mir um, wenn ich leide?“

… und wie es Dir bei Erschöpfung, Frust und Depression hilft


Vielleicht hast Du das Wort schon mal gehört, weißt aber nicht genau, was es ist? Selbstmitgefühl umfasst u. a. „In dem Moment, in dem wir leiden, für uns selbst so zu sorgen, wie wir es für einen geliebten Menschen tun würden. Zum Selbstmitgefühl gehört ein liebevoller Umgang mit sich selbst, einem Gefühl der menschlichen Zusammengehörigkeit und Achtsamkeit“ (Kristin Neff, Selbstmitgefühl, 2011).


Stell Dir vor, Deiner besten Freundin geht es nicht gut. Sie ist schon länger niedergeschlagen und hat keine Energie mehr. Sie hat sich zurückgezogen, will auch Dich nicht mehr sehen, denn sie schämt sich, dass sie ihr Leben nicht so „auf die Reihe“ bekommt, wie alle anderen.

Jetzt hat sie Dir endlich mal wieder die Tür aufgemacht. Was sagst Du zu ihr?


  • „Oh Mann, wie sieht es denn hier aus! Kannst Du nicht mal sauber machen?“

  • „Stell Dich nicht so an.“

  • „Kein Wunder, dass Dein Mann mehr arbeitet, so wie Du aussiehst, Du hast Dich ja total gehenlassen.“

  • „So anstrengend ist Dein Leben auch nicht, verdienst doch gut, hast ein schönes Haus. Was willst Du eigentlich. Reiß Dich mal zusammen.“


Ok, das sicher nicht.


Aber wahrscheinlich sind das DEINE Gedanken über DICH, wenn es DIR so geht.

Wir verurteilen uns, anstatt freundlich, mitfühlend und unterstützend mit uns selbst umzugehen.


Das Ergebnis ist, dass Du Dich noch schlechter fühlst.


Vom Mitgefühl zum Selbstmitgefühl


Jetzt stell Dir die Situation noch einmal vor. Deine Freundin öffnet die Tür und du sagst:


„Ach, Süße, ich freu mich, Dich zu sehen. Dir geht es nicht gut? Das tut mir leid. Hör zu, geh Du mal in die Badewanne, ich mach uns derweil mal einen Tee, und dann setzen wir uns hin und schauen, was Du jetzt brauchst, ok?“


Klingt das eher wie das, was Du sagen würdest?

Ja, ganz sicher.


Mit anderen sind wir liebevoller als mit uns.


Nachweislich ist es so, dass wenn wir Selbstmitgefühl empfinden, gibt uns das wieder Auftrieb, weil wir schneller aus der Schwere des Leids kommen, das wir in diesem Moment für eine Situation wahrnehmen.


Umfangreiche Studien zeigen, dass sich durch Selbstmitgefühl das seelische Wohlbefinden stärkt und Angst, Depressionen und pathologische Stressreaktionen abnehmen (Jörg Mangold, Dt. Ärzteblatt 7/2016).



Die 3 Komponenten des Selbstmitgefühls


💛 Achtsamkeit

Das ist der Moment, in dem ich wahrnehme, dass ich leide (im Gegensatz zu ignorieren, nicht anerkennen, dessen, was ist).


Halte inne und nimm wahr, dass Du jetzt gerade leidest, ohne Dich dafür zu verurteilen.

💛 Verbundenheit

Das ist die Erkenntnis, dass Leid zum Menschsein gehört und es allen Menschen so geht (im Gegensatz zu Isolation; nur mir geht es so, allen anderen nicht).


Halte inne und fühle dich mit anderen Menschen verbunden, indem Du Dir bewusst machst, dass es manchen von ihnen ebenso ergeht wie dir.

💛 Selbstfreundlichkeit

Was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht (im Gegensatz zu Selbstverurteilung)?


Halte innen und tue Dir jetzt etwas Gutes. Sei lieb zu Dir, so wie Du es bei einer geliebten Person in so einer Situation wärst.

Wie Dir Selbstmitgefühl helfen kann


Wenn Du Dich überfordert, erschöpft oder niedergedrückt fühlst, reagierst Du noch sensibler und stärker auf Druck, Stress und Unbehagen. Das macht „alles nur noch schlimmer.“


Selbstmitgefühl kann Dich davor bewahren, noch tiefer in ein Loch zu stürzen, es kann Dich dabei unterstützen, besser mit schwierigen Gefühlen umzugehen, so dass Du weniger Zeit im Leid bist.


Auch Du kannst lernen, Selbstmitgefühl zu entwickeln. Gönn` Dir doch gleich selbst eine Pause und höre hier die kurze Meditation, die ich für Dich aufgenommen habe, um mit einem schwierigen Gefühl umzugehen.


Wenn Du Fragen dazu hast, dann melde Dich bei mir.


Licht und Liebe ☀️💛

Iv


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